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  • samtweich

Irgendwo dazwischen



Letzte Monat habe ich meinen 28ten Geburtstag gefeiert, habe getanzt und mir die Seele aus dem Herz gelacht. Die Musik lief auf Anschlag. Der Vibe einer leichten Sommerbrise und der elektronischen Musik zauberte mir die Gänsehaut in den Nacken. Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, weiß ich gar nicht so recht, wie ich hier gelandet bin. Die Erinnerungen verschwimmen und zerrinnen durch meine Finger. Bin ich angekommen? Bin ich genau da, wo ich sein soll? Möchte ich hier überhaupt sein? Ich weiss es nicht ... Ich werde älter, ich reagiere gelassener und lasse mich viel mehr von der Energie und der Umgebung, anstelle von der Laune und dem Moment, treiben. Ich suche mich noch immer und ich begutachtet meine Entscheidungen oft kritisch. Doch darf ich das überhaupt? Darf ich, so wie ich lebe und was ich alles schon erreicht habe, andere Menschen beeiden? Darf ich auch trotzdem manchmal unglücklich sein?


Ich schaue zurück auf 28 Jahre und sehe eine Vita, die allerlei aufzeigt. Würde ich es heute nochmal genau so machen? Würde ich nochmal dieses Studium auf mich nehmen um da anzukommen, wo ich heute stehe? Ich weiss es nicht.

Mein persönlicher Lebenswunsch ist ein andere.

Heute bin ich zufrieden, ja ich würde behaupten ich bin ziemlich oft, sehr im Reinen mit mir selbst. Aber auf der Karriereleiter ist viel Platz für verschiedene Richtungen. Ich merke selber viel zu oft, dass wir vom Alltag geblendet sind und wir uns schnell darin verlieren.

Wir gewöhnen uns an die Gegebenheiten. Ich sehe mich heute an einem anderen Punkt, als noch vor 10 Jahren.

Entscheidungen hier, Entscheidungen da - ich versuche immer noch alles zu schaffen, ausruhen kann ich mich, wenn ich in den Ruhestand gehe. Doch wirklich? Ich ertappe mich dabei, dass ich anfange zu renne und gerade heute zwischen all dem stehe. Gehe ich links, gehe ich rechts oder bleibe ich genau da, wo ich mich befinde?


Freunde wünschen mir, dass ich meinen Traum leben kann, doch manchmal fühlt er sich so weit entfernt an. Manchmal kann ich ihn nicht greifen, ich weiß nicht wo ich beginnen kann und ob ein Ende in Sicht ist.

Ich sehe sie alle, die wunderschönen und erfolgreichen Frauen, ihre Karriere und ja, genau das will ich. Doch manchmal schäme ich mich, dass laut auszusprechen, denn ich bin doch bereits irgendwo angekommen. Ich weiß, dass der Druck an dem ich verzweifle, bei jemanden anderem an der Schulter abperlt.


Erfolg wünsche ich jedem und eigentlich würde ich mich nicht als eine neidische Person beschreiben. Ich freue mich, ich fühle mit und ich weiß, dass wenn ich lang genug dafür kämpfe, auch ich eines Tages da ankommen kann. Wieso muss ich also jemanden anderes beneiden als mich einfach nur zu freuen? Ist Glück denn nicht teilbar?


Neid, schlechte Laune und zu Versagen ist ein Tabu bei uns Frauen. Wir sind kräftig, wir kämpfen, packen an und können uns selber versorgen. Das 21te Jhd. lehrt uns, dass wir Maschinen sind. Neben der laufenden Waschmaschine, dem Truthahn im Ofen und dem Kind auf dem Arm, sollen wir den perfekt trainierten Körper haben, ausgeschlafen sein und unseren Selleriejuice zum Frühstück trinken. Doch genau das passiert nie, es ist nicht möglich und selbst wenn, wir sind emotionale Wesen. Frauen begutachten sich und urteilen bevor sie überhaupt miteinander gesprochen haben.

Diese Gefühle und in uns auftauchenden Emotionen sind ein Teil von uns, die gar nicht negativ sind. Sie gehören dazu und machen uns menschlich.

Soziale Medien, Liifecoatches und natürlich die Ratgeber lehren uns, dass wir nicht neidisch sein sollten und uns stets selbst lieben müssen. Du baust dir dein eigenes Leben und es liegt in deinen Händen, was du daraus machst. Bla Bla Bla ...

Was ist wenn ich mich aber eben nicht jeden Tag selber lieben will, wenn ich in den Spiegel schaue und meine Pandaaugen Bände sprechen, dass Glas Wein am letzten Abend mir doch nicht so gut getan hat und ich eigentlich nur im Bett bleiben möchte. Es geht nicht, denn wir müsse 24/7 funktionieren.

Ich sehe sie alle, die starken Frauen, die aus 24h 48 machen und trotzdem weinend vor mir steht, weil sie nicht mehr alles unter einen Hut bekommt und ihr momentan alles zu viel ist. Die Sehnsüchte rufen, denn unsere Seele braucht Liebe und Zuspruch. Wir wollen nicht alleine sein und wir müssen die Gefühle mit anderen teilen um sie zu verstehen.


Ich weiß, dass auch wenn alles nicht durchplant ist, am Ende es so kommt, wie es kommen soll. Doch trotzdem ist es unterbewusst eine Angst, die Angst einen Fehler zu machen und zu versagen. Wir wollen mehr, wir wollen es besser, doch niemanden kann uns sagen, dass die Entscheidung die wir treffen, uns wirklich da hin bringt.

Vielleicht ist der Masterplan, den ich mir die ganzen letzten Monate überlegt habe, genau so dämlich wie Plan A und B.

Genau darin stecke ich. Gehe ich eine Schritt zurück oder zwei nach vorne. Sind es die richtigen Entscheidungen und kann ich mich auch nochmal umdrehen. Wo ist der Punkt, an dem ich mich festhalten kann an dem die Kreise zueinander finden und mir das Licht am Ende des Tunnels zeigen.

Oft bin ich eben nicht dieses Energiebündel sondern verloren in meinen Gedanken, den richtigen Weg zu gehen und einzuschlagen.

Der Druck ist enorm und der Vergleich, in jeglicher Hinsicht, ist massiv.

Das Ranking ist nicht mehr nur btw. den ehemaligen Klassenkameraden, sondern allen Menschen auf dieser Welt.

Es gibt mehr als nur den Job, und auch mehr als immer zu wissen, ob der Weg der richtige ist. Denn selbst wenn nicht, wird sich eine Möglichkeit aufzeigen, rechts abbiegen zu können.

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