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Inside Sophie: The Journal of Living in Qatar #6.



Gemacht

Mein Kopf brummt und währenddessen ich auf den Yachthafen schaue und meine Acai esse, versuche ich noch immer der Luftfeuchtigkeit zu entfliehen. Die Sonne scheint und die Temperaturen klettern auf bis zu 40 Grad hoch. Langsam wird es kälter und ich merke, dass die leichten Windböen die Luftfeuchtigkeit erträglicher machen.

Die Woche war wahrscheinlich die erste Woche, die ansatzweise meinen Alltag widerspiegelt. Sonntag und Donnerstag sind die langen Tage, an welchen ich immer recht erschlagen von der Arbeit zurückkehre. Am Dienstag war ich zur Lady´s-night im Spice-Market auf ein paar Drinks. Eigentlich ein sehr schönes Restaurant, allerdings verstehe ich noch nicht so recht, wieso hier alles immer so exorbitant groß sein muss. Die Tische haben einen Umfang, der es unmöglich macht, sich mit dem Gegenüber zu unterhalten. Am Mittwoch war ich an der Promenade spazieren und verirrte mich in einem Spielwarengeschäft, welches ein Traum für alle Kinder ist.

Ich telefonierte mit Freunden von zuhause und startete am Donnerstag, mit Jason Derulo, ins Wochenende. Die Technik versagte nicht nur einmal, aber ich bin mir nicht sicher, ob es an der Organisation lag oder der Luftfeuchtigkeit. Die Musik setzte aus, der Tänzer fliel hin und die Bildschirme hatten nach 45m einen Wackelkontakt, bis sie schlussendlich ausgeschaltet wurden. Allerdings war seine Performance echt grandios. Auch wenn ich nicht der größte Fan bin, hat er ehrlich richtig abgeliefert. Die Stimme und die spontanen Reaktionen hielten die Fans bei Laune. Am Freitag war ich damit beschäftigt, mein Geld auszugeben. Zunächst buchte ich einige Flüge und bin dann im Shoppingcenter etwas verloren gegangen. Nach vielen Rials weniger, machte ich einen kurzen Stop zuhause, zog mich um und düste mit dem Uber ins Intercontinental. Von da aus nahm die Party ihren Lauf. Ein Drink nach dem nächsten heizte die Stimmung auf. Die Musik war unfassbar laut, die Menschen tanzten auf den Tischen und 2h später, kam die Bedienung nicht mehr durch die Gänge durch. Ich fuhr dann weiter ins TradesVic, wo ich einen kurzen Kulturschock bekam. Auf einmal saß man wieder an viel zu großen Tischen und versuchte irgendwie ein Gespräch zu beginnen. Allerdings taten mir meine Ohren weh und ich hatte das Gefühl, als wenn sich ein Schleier über die Gehörmuschel gezogen hätte. Zum dritten Mal an diesem Abend änderten wir den Ort und fuhren in einem Club, was allerdings nicht wirklich ein Club war ... die Stimmung war nicht gut und die Hälfte der Jungs kam aufgrund des Dresscodes nicht rein. Deswegen setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren ins DoubleTree. Hier traf mich der Schlag, denn abgesehen davon, dass ich wirklich keine Lust hatte zu türkischer Musik zu tanzen, waren auch die Leute sehr komisch. Nach 9 Stunden trinken, tanzen und lauter Musik konnze ich nicht mehr und fiel wie immer in einen viel zu kurzen Schlaf. Am Samstag wollte ich eigentlich zu einer Buchvorstellung, aber nach diesem Abend hatte ich einfach nicht mehr genügend Energie, wieso ich am Pool chillte, eine Acai essen ging und mich mit einer Freundin verabredete.

Auf dem Blog stellte ich euch den Modetrend: Bomberjacke vor und zeigte euch die aktuellen Hosen-Trends. Schon gesehen?


Geschockt

Das hier vieles anders ist, wissen wir bereits. Außerdem sollte meiner Meinung jedem klar sein, dass es hier bestimmte Regeln gibt, an welche man sich eben halten muss. Alkohol, Prostitution und auch Drogen sind nur ein paar Themen, die im Gefängnis enden können. Die Regeln und die Konsequenzen sind extrem und auch wenn ich gerne das mache, auf was ich gerade Lust habe und mich nicht immer unbedingt unterordnen will, sollte man das hier dennoch in ausgewählten Bereichen machen. Am Donnerstag allerdings, erlitt ich einen kleinen Schock, denn ich habe Menschen auf dem Konzert gesehen, die bereits beim Einlass so betrunken waren, dass sie nicht mehr wirklich stehen konnten. Außerdem sah ich am Ende ein Mädchen, die sich aufgeführt hatte, als wenn es ein Hund wäre. Sie leckte Autos und Straßenschilder ab, konnte nicht mehr gerade gehen und flog alle drei Meter über ihre eigenen Füße. So lange das hier keiner mitbekommt ist alles gut. Da aber an jeder Ecke eine Kamera ist, sollte man sich wirklich gut überlegen, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält.

Auf dem Rückweg fuhren wir an einem Polizeiauto vorbei. An jeder Ampel stoppten sie neben uns und naja ihr kennt dieses Spielchen, wenn man vor und zurückfährt und dabei immer den Blickkontakt aufrecht erhält. Das Ende von dieser Aktion war nur, dass der arme Uberfahrer von der Polizei angehalten wurden. Papiere und Ausweis bitte ... irgendwie versuchte der Polizist mit uns auf Arabisch zu sprechen, merkte aber bereits sehr schnell, dass er damit nicht wirklich weit kommt. Nach 5 min ließ er uns weiter fahren und mein Herz fing wieder zu schlagen an. (Who knows why?)


Gefreut

1 Monat und ein paar Tage noch und dann geht es für mich nach Asien. Am Wochenende habe ich glücklicherweise meine Flüge gebucht und mir einen Plan gemacht, wie und wo ich meine Ferien verbringen werde. Zunächst fliege ich Hanoi an und werde die ersten zwei Wochen durch Vietnam reisen. Danach fliege ich über Weihnachten auf die Philippinen und komme, am 26 Dezember, wieder zurück nach Doha. Ich freue mich schon riesig auf die Zeit und bin auch gespannt wie es ist, Vietnam alleine zu bereisen.


Getragen


Gekauft


Geplant

Eigentlich wollte ich noch immer zu den Mangrove, allerdings ist das etwas ausserhalb, wieso ich unbedingt ein Auto brauche. Vielleicht klappt es diese Woche, den magischen Ort anzuschauen. Am Mittwoch habe ich eine Konferenz und einige Elterngespräche, die wie immer viel Zeit kosten werden. Außerdem möchte ich gerne mit meiner Familie telefonieren. Sicherlich wird sich das ein oder andere noch ereignen, doch wie ich schon letzte Woche erzählt habe, versuche ich mich hier ein bisschen mehr treiben zu lassen.

Und ihr? Bleib gesund.