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Der eigene Stil – so kannst du ihn finden



Heute Leder, morgen Fell und übermorgen bunt und schrill – Die Frage nach dem persönlichen Stil ist dabei so einfach gestellt, allerdings um so schwieriger zu beantworten. Für die einen verändert sich der Geschmack in regelmäßigen Abständen, für den anderen ist die eigene Vorliebe seit vielen Jahren gleichbleibend. Doch was steht mir, in was fühle ich mich wohl und was kann ich tragen? Feminin und chic, oder sportlich und casual. Mode ist extrem vielfältig, Geschmäcker gibt es unzählige und die aktuellen Trends sind oft keine große Hilfe. Auch ich selber bin durch unzählige Styling-Entwicklungen hindurchgegangen und muss zu allem Übel gestehen, dass auch ich das ein oder andere modische Fauxpas hatte. Die Jahrzehnte sind voll von Individualisierung und Designs, die keine Grenze kennen. Modische Fehlgriffe sind dabei ganz normal und uns allen bekannt. Doch mit der Zeit habe ich langsam einen Stil gefunden, der nicht nur mich repräsentiert, sondern in welchem ich mich vollkommen wiederfinde und allumfassend wohl fühle - Eine Balance aus Trends und modischem Geschmack, der eine Symbiose aus verschiedenen Stilrichtungen eingeht.


2021 – Minimalismus, Nachhaltigkeit und langlebige Mode war noch nie so repräsentativ, wie in diesem Jahr. Designer die aus Fischresten, Plastikschläuchen und Pflanzenabfällen Mode kreieren, schmücken die Laufstege.

Doch wie finde ich, unter all der ganzen Vielfältigkeit, meinen eigenen Stil? Wie kann ich Shopping-Fehler vermeiden und in Kleidungsstücke investieren, die ich wirklich lange tragen werde und kann. Auf die Frage nach einer zeitlosen und modernen Garderobe, die trotzdem persönlich ist und spannend bleibt, habe ich euch ein paar Antworten und Gedanken zusammengefasst. Let´s go for it.



 

1. Die Typfrage


Sportlich, elegant, chic, feminin, lässig, cool, modisch, casual oder doch eher androgyn? Welcher Typ bist du? Was trägst du täglich am liebsten – Kleider und Röcke oder Jeans und Shorts. Nur weil ich dem weiblichen Geschlecht zugehörig bin, muss ich noch lange keine puffigen Kleider und ausgestellte Röcke tragen/mögen.

Ich selber habe einige Freundinnen, die die weiblichen Kleidungstücke hassen und extrem ungerne tragen. Doch ist das schlimm? Nein ganz und gar nicht. Auch wenn es gewisse Anlässe gibt, die eher chicer und eleganter ausgerichtet sind, solltest du dich selber an die erste Stelle setzten. Wer bist du bzw. über welches Kleidungsstück kannst du dich selber definieren? Hosenanzüge und aufwendige Schnitte eigenen sich auch zu besonderen Anlässen. Bist du eher der Rock und Kleidermensch, kann auch hier ein besonderes Muster oder eine coole Kombination einen unvergesslichen Look erzeugen.


Schon lange sind wir von der einzig wahren Blickrichtung weggekommen. Schlussendlich geht es darum, dass du wissen muss, wie du Kleidung kombinieren und stylen kannst. Unzählige Variationen, die es ermöglichen, auch ein lässiges und cooles Kleidungsstück anlassgerecht zu stylen.

 

2. Die Frage nach der Farbe


Schwarz und grau? Oder hell wie beige, creme oder ein elegantes weiß. Auch wenn die diesjährigen Farben eher die helle Richtung einschlagen, gibt es Frauen, die lieber kontrastreichen Kleidungsstücke tragen, oder sich in dunklen Tönen wohler fühlen. Auch hier musst du dich selber erst einmal kennenlernen und das ein oder andere ausprobieren. Manchmal ist die Farbwahl auch abhängig vom Schnitt und Muster. Die Frage nach dem, was mir am besten steht und dabei meinen Typ am vorteilhaftesten beton, stellt hierbei den Mittelpunkt und oftmals die große Problematik dar. Ob es ein blau wird, ein pink oder doch ein creme ist, ist dabei individuell zu beantworten – bleibe dir selber treu und trage nur das, worin du du sein kannst und dich wohl fühlst. Auch wenn die Modeindustrie uns einen Trend vorgibt, heißt es noch lange nicht, dass dieser auch von jedem getragen werden muss.


Ich liebe Naturtöne und kombiniere diese gerne mit einem hellen creme oder beige. Oft greife ich auch zu einem Braun oder Khaki, die in verschiedenen Abstufungen und Nuancen in meinem Kleiderschrank zu finden sind. Klassischerweise kombiniere ich auch hin und wieder ein einfaches schwarz, versuche allerdings ein Black-Komplettoutfit zu vermeiden. Helle Töne und die Erdfarben betonen nicht nur Haut-und Haarfarbe, sondern sind für mich der Ausgangspunkt für jedes Outfit. Vielseitige Optionen und Stylingkombinationen, oft auch lyered, sind möglich und harmonieren miteinander.


Am besten ist es, wenn die Farben deiner Vergangenheit zusammengetragen werden. Die Liste hilft dir im Hintergrund die richtige Kleidungswahl zu treffen. Was betont meine Augen, womit sehe ich jung, aktiv und gesund aus? Vielleicht hast du für bestimmte Shades des Öfteren Komplimente bekommen? Drei bis Fünf Nuancen solltest du auswählen, damit du beim Shoppen genau nach Kleidungsstücken aus dieser Farbfamilie Ausschau halten kannst.

 

3. Die Silhouettenfrage


Wie oft stand ich schon vor dem Schaufenster und mustertet die Puppe durch die Scheibe – doch wenn ich dasselbe Kleidungsstück in der Umkleidekabine anprobierte, zeigte sich unzählige Male, dass das ganz und gar nicht so aussieht, wie vor dem Geschäft. Woran das liegt? Nunja, weil es einfach nicht mein Schnitt ist, oder ich leider oft zu klein für das ein oder andere Kleidungsstück bin. Breitere Hüften, eine schmalere Taille, ein kürzerer Oberkörper oder ein üppiges Dekolleté sind nur ausgewählte Aspekte, wieso die Bluse nicht passt, oder die Jeans unmöglich aussieht.


Mein Tipp: einfach ausprobieren. Frustrierend und oft ermüdend ist es, jedes Mal wieder in der Umkleide nichts Passendes zu finden. Deswegen empfiehlt es sich, verschiedene Schnittmuster und Stilrichtungen auszuprobieren und die für sich passendsten abzuspeichern. Was lässt sich gut tragen, in was fühle ich mich wohl, was steht mir? Gerne kann auch die engste Freundin oder eine kompetente Beratung für die ersten Male hilfreich sein. Längen, Formen und Weite sind dabei individuell auszuprobieren.

Somit kann der Kleiderschrank mit Stücken gefüllt werden, die langfristig getragen werden können, auch wenn sich unsere Figur durch die Jahre verändert. Setzte dabei auch auf zeitlose Stücke, sodass vielseitige Kombinationsmöglichkeiten möglich sind.

Fotos sind zudem eine gute und hilfreiche Idee, da sie einen anderen Blickwinkel aufzeigen, die Sicht verändern und noch Tage danach angeschaut werden können. Manchmal benötigt es einen gewissen Abstand, um herauszufinden, ob das Kleidungsstück wirklich gut sitzt und die Schokoladenseite zum Glänzen bringt.

 

4. Die Frage nach dem Vorbild


Marilyn Monroe, Victoria Beckham, Frida Kahlo, Iris Apfel, Coco Chanel oder doch Audrey Hepburn. Wenn wir an Mode und Fashion denken, verbinden wir diese unweigerlich mit Stilikonen und berühmten Persönlichkeiten. Ob verrückt, wie Lady Gaga oder elegant, wie Gracy Kelly spielt dabei keine Rolle. Die letzten Jahrzehnte wurden geprägt von bezaubernden und inspirierenden Frauen, die Mode alle auf ihre Art und Weise individuell erschaffen, gekrönt und verändert haben.

Bereits unsere Jugend war voll von Vorbildern, die die Titelseite der Bravo zierten. Fernab von jeglicher Realität sind wir bereits in der Pubertät der Weite von Mode, Fashion und Kleidung ausgesetzt und fangen in den jungen Jahren an, uns zu finden und einen eigenen persönlichen Stil zu erschaffen. Durch Veränderungen, gesellschaftliche Umstände und die eigene Entwicklung, lässt sich unseren Stil durch verschiedene Etappen hindurch gleiten. Mit der Zeit finden sich Vorlieben, die eine modische Nuance determiniert und sich in unserem Kleiderschrank ausbreitet.

Ob auf Pinterest, Instagram, Twitter, Etsy oder Tumblr – im Netz gibt es eine Bandbreite an Inspiration, welche durch Fachzeitschriften, Newsletter und Zeitungen allumfassend vervollständigt wird.


Es empfiehlt sich immer ein Vorbild zu suchen, welches deiner Körperform/Silhouette aber auch deinem Geschmack/Vorliebe ähnelt. Es könnte eine Bloggerin, eine Influencerin, eine Schauspielerin/Sängerin oder doch auch Streetstyle-Ikone der letzten Jahrzehnte sein. Viele Trick und Tipps sind bereits in dem Styling und der Kombination der Outfits versteck und geben viele Hintergrundinformationen. Achte dabei darauf, welche Farben und Schnitte verwendet werden, wie diese kombiniert sind und durch was sich die Person auszeichnet bzw. auffällig ist. Schlussendlich gibt es einige Aspekte, die Aufmerksamkeit erregen und dir gefallen. Finde heraus, welche das sind und etabliere diese in deinem Kleiderschrank. Baue dir dein eigenes Outfit aus der Inspiration zusammen bzw. lasse diese in deinen Look einfließen.

 

5. Und was finde ich nun wirklich schön?


Oversized, androgyn oder doch mädchenhafter Glam? In der einen Saison sind es Mäntel, die eher an einen Schlafsack erinnern, als an eine Winterjacke und in der darauffolgenden sind es Miniröcke aus Leder, die kürzer nicht sein könnten. Manche Kleidungsstücke gefallen dir evtl. erst, wenn sie bereits schon wieder aus der Mode gekommen sind, da du sie das ein oder andere Mal tragen musst, um dich damit zu identifizieren. Andere Trends werden dich nicht reizen, auch wenn sie rauf und runter getragen werden. Man muss nicht immer jeden Trend mitmachen, um stilvoll gestylt zu sein. Doch oft zeigt sich, dass die Looks der Laufstege erst viel später in den Läden kombiniert werden. Zusätzlich werden diese abgewandelt, so dass die Stylings auch in unterschiedlichen Farben/Mustern/Stilen und Schnitten erhältlich sind.


Bei aktuellen Trends muss sich immer die Frage gestellt werden, ob mir dieser wirklich gefällt, oder ich nur den aktuellen Mainstream verfalle. Lohnt es sich, dass ich diesen Look investiere, trage ich ihn auch noch übermorgen oder wird noch in zwei Wochen das Preisschild im Innenfutter zu finden sein? Kann ich diesen Look abwandeln kann und können die Kleidungsstücke zu anderen kombiniert werden? Habe ich eine passende Hose zu diesem Blazer? Passen diese Schuhe auch zu meinen Kleidern?

Wenn ich die Fragen verneinen muss, dann lasse ich die Finger davon.

Bleibe deinem Stil treu, und investiere nicht immer sofort in die teure Version der Designer. Für den Anfang reichen auch Alternativen aus, die chic/cool/lässig und trendy aussehen. Wenn dein Herz für das ein oder andere Designerstück allerdings über einen sehr langen Zeitraum höher schlägt, dann kannst du durchaus auch Schnäppchen im Luxusgeschäft finden.